Eine Faltung im Inneren einer Arterie
Die Wasserbomben-Basis — die Faltung, die ein flaches Quadrat in eine hohle Kammer verwandelt — hat in der Medizin ein zweites Leben.
An der University of Oxford baute eine Gruppe um Zhong You einen Stent aus einer Nickel-Titan-Folie, die im Wasserbomben-Muster gefaltet war. Gefaltet war er schmal genug, um durch einen Katheter zu passen; freigesetzt entfaltete er sich zu einem offenen Gerüst, wie es verwendet wird, um ein verstopftes Gefäß offen zu halten. Die Entfaltung war schnell genug, dass eine Hochgeschwindigkeitskamera nötig war, um sie einzufangen. Die Arbeit wurde 2006 veröffentlicht.
Der sorgfältige Teil
Es ist leicht und verlockend zu sagen, dass Origami-Stents Leben retten. Das tun sie nicht — noch nicht. Ein Übersichtsartikel über biomedizinisches Origami aus dem Jahr 2018 stellt unumwunden fest, dass zu jenem Zeitpunkt keines der beschriebenen Origami-Geräte in den klinischen Einsatz gelangt war. Der Oxforder Stent ist ein Forschungsprototyp. Zwanzig Jahre später wurde er noch in keine menschliche Arterie eingesetzt.
Das ist uns wichtig. Hier liegt ein echtes und schönes Prinzip vor — eine Faltung, die sich im Inneren des Körpers öffnet — und es muss nicht übertrieben werden, um erzählenswert zu sein. Wir werden dir sagen, wann etwas ein Prototyp ist und wann ein Produkt, und wir werden die beiden nicht verwischen.
Das weitere Feld
Der Wasserbomben-Stent steht nicht allein. Ein Team an der UC Irvine hat eine origami-basierte Herzklappe entworfen, die mit einem Kind mitwachsen soll; Stand 2025 hatte sie Tierversuche bestanden und war noch einige Jahre von Versuchen am Menschen entfernt. An der Brigham Young University wurde eine origami-inspirierte chirurgische Zange — klein genug, um durch einen drei Millimeter großen Schnitt zu passen — vom Hersteller des chirurgischen da-Vinci-Roboters lizenziert.
Die Faltung hält Einzug in die Medizin, langsam und ehrlich, einen Prototyp nach dem anderen.